Warum die Uni nichts für mich ist
"Du musst doch was studieren Kind, ansonsten kommst doch nirgends mehr hin heutzutage." - Ungefähr fünf Minuten nachdem ich mein Abiturzeugnis in der Hand hielt durfte ich mir diesen Satz zum ersten Mal anhören. Nicht dass mir nicht bewusst gewesen wäre wie meine Familie mein Leben gerne verlaufen sehen würde, ich hatte nur tatsächlich nie wirklich weiter als bis zum Abitur gedacht. Selbst das wollte ich damals nicht machen, aber eine andere Idee kam mir nicht. Also, zusammenreißen und durch. Schön und gut. Wenn mich jemand fragte was ich denn mal studieren will hatte ich meine Standart Antwort parat: Deutsch und Pädagogik, Irgendwas mit Erziehungswissenschaften, vielleicht Philosophie. Anders gesagt, ich hatte keinen Plan und es machte mich nervös. Das Reisen durchkreuzte die Pläne, die ich ja eigentlich sowieso nicht hatte, ganz gut. Nach einem Jahr wurden die Menschen um mich herum ungeduldig und mir gingen die Ausreden aus. Naja, irgendwas muss ich mit meinem Leben schließlich anfangen, dachte ich mir und schrieb mich an der Uni ein. Deutsch und Pädagogik. Überraschung! Vielleicht wird es ja gut, dachte ich. Vielleicht bist du total begeistert und es ist voll dein Ding. Zwei Wochen später hörte ich auf zu meinen Seminaren/Vorlesungen zu gehen. Für mich gab es nur zwei Arten von Kursen, die in denen ich mich langweilte ( zu trocken / zu langsam / Wiederholung über Wiederholung) und die Anderen die mich einfach nur wütend machten. Wütend, weil Dozenten sich verhielten wie Könige. Es wurde auf uns hinabgeblickt. Fragen nicht beantwortet. Anmerkungen übergangen. Wenn ich 90 Minuten meiner Zeit damit verbringen möchte jemandem zu zusehen wie er von einer Folie ab liest, dann gehe ich wieder zur Schule und höre mir Gruppenreferate an. Vielleicht waren meine Ansprüche zu hoch, denn schließlich sich es auch nur Menschen, die diese Kurse abhalten. Trotzdem war ich sehr enttäuscht und verwirrt darüber wie hier mit uns 'Lernenden' umgegangen wurde. Die Uni scheint aus der Ferne wie ein Mystischer Ort des Wissens und Lernens und genau das erhoffte ich mir. Ich wollte fürs Leben lernen, stattdessen wurden mir am ersten Tag die Prüfungstermine für das Ende des Semesters auf den Tisch geknallt und mir war schon nach den Einführungsveranstaltungen schlecht. Wenn man sich mal das Bild anschaut, welches Menschen im allgemeinen von Student/innen zu haben scheinen, dann ist das vor allem eine Mischung aus Faulheit und Unwillen. Auch auf Facebook/Instagram etc. stößt man auf Tonnen von Bildern (Memes) die das nur bestätigen. Studenten selbst scheinen sich bereits in diesem Licht zu sehen. Im Grunde hoffen die meisten, dass sie mit möglichst WENIG Arbeitsaufwand und möglichst VIEL Alkohol durch die drei Jahre bis zum Bachelor kommen, um dann einen möglich gut bezahlten Job zu bekommen, indem sie hoffentlich möglichst WENIG Arbeit leisten müssen. Ich kann dies natürlich nicht auf jeden beziehen, denn es gibt mit Sicherheit auch den Ein oder Anderen der sich anstrengt und für das brennt was er tut. Aber im allgemeinen war das mein persönlicher Eindruck des Systems. Nach einem Semester hatte ich genug. Ich konnte förmlich spüren wie mir die Zweifel an alle dem jegliche Kraft für andere Dinge nahm. Ein Satz den mein Opa mir oft nahelegte: " Wenn du dein Hobby zum Beruf machst, dann musst du keinen einzigen Tag deines Lebens arbeiten." Auch wenn mir bewusst ist, dass dies wahrscheinlich eine Wunschvorstellung bleibt, so glaube ich doch das man danach streben sollte. Die Universität hat mich persönlich sehr unglücklich gemacht, also suche ich jetzt einen neuen Weg. Einen der besser zu mir und meinen Vorstellungen passt. Denn wenn ich eine Sache gelernt habe, dann das wenn man sich schon am Anfang des Weges quält sollte man lieber gleich umkehren und einen anderen wählen, bevor es kein zurück mehr gibt.

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