Die schlechten Tage

Vorneweg sollte ich vielleicht erstmal sagen, ich hasse jammern. Ich hasse wenn Menschen über Dinge jammern die man nicht ändern kann oder Dinge die ansich schon Luxus sind aber dann trotzdem nicht perfekt genug ( wenn du nichtmal 5€ für eine Busfahrt von 6 Stunden bezahlst, dann erwarte verdammt nochmal keine Limousine! ). Ich kann es nicht leiden wenn ich es selbst tue und versuche meine positive Seite jeden Tag ein wenig mehr zu stärken. Aber ich bin alles andere als perfekt und manchmal tut es einfach gut es raus zu lassen. Okay, kommen wir zum eigentlichen Teil, ein alles andere als guter Tag. Es fängt eigentlich schon am Abend zuvor an, ein Campingplatz am Meer. Keine Menschenseele da, was ansich etwas wundervolles ist, da man vollkommen in Ruhe die Landschaft erkunden und das Meer beobachten kann während die Sonne untergeht. Leider haben leere Campingplätze oft furchtbar unhygienische Toiletten und duschen zur Folge. Ich bin wirklich nicht wählerisch aber es gibt Grenzen und das war schlimmer als alles was ich in Asien gesehen hatte ( was schon einiges heißen mag ). Also keine Dusche an diesem Abend, nicht zu schlimm da wir am nächsten Tag früh weiter wollten und der nächste Ort ein echtes Bett und Badezimmer für wenig Geld beinhaltet. Nun haben diese Ort aber leider auch zur Folge dass man nachts vollkommen allein ist, keine Security, kein Geräusch, nur die Wellen welche an die Steine schlagen. Nun wissen die sie mich kennen dass ich relativ ängstlich bin. Das reisen hat mir zwar viele dieser Ängste genommen  trotzdem schreckte ich alle halbe Stunde hoch. Als ich mich also um sechs Uhr morgens auch dem Zelt quäle habe ich kaum geschlafen. Fünf Stunden Autofahrt warten auf uns. Das Ziel: ein national Park an der Westküste, eine Wüstenlandschaft. Wir übernehmen die Ortsangabe von TripAdvisor und fahren los. Je weiter wir ins Inland kommen desto wärmer wird es, die Sonne knallt vom Himmel und ich freue mich ziemlich auf eine kalte Dusche. Nach vier Stunden landen wir auf einer Schotterstraße. Aber okay, ist ja nur eine Stunde, wird schon nicht so schlimm sein. Als wir nach gefühlten Stunden da ankommen wo Google Maps und TripAdvisor uns hinführten stehen wir im nirgendwo. Kein Baum, kein Büsche geschweige denn Haus oder Mensch zu sehen. Nun ist die Situation im Auto folgende, wir haben beide nicht gut geschlafen, beide nicht geduscht, es ist für jeden noch ein Schluck Wasser übrig, das Benzin reicht für vielleicht weitere 100km und die Sonne ist dabei unter zu gehen. Ach ja und wir stehen in der Mitte einer Gott verdammten Wüste.! Wir entscheiden also ziemlich schnell, dass wir nicht nach dem eigentlichen Ort suchen werden sondern in die nächst größere Stadt fahren ( etwa 100km entfernt ) um zumindest Wasser und Benzin zu bekommen. Nun haben wir keine Internet Verbindung, können also nur ungefähr schätzen welche "Straße" wir nehmen müssen. Nach einer weiteren Stunde Schotterstraße ( und ein paar ziemlich beunruhigend auseinander fallenden Bergpässen ) bin ich sowohl körperlich als auch mental ziemlich an der Grenze. Wir sind noch immer nicht sicher ob das überhaupt der richtige Weg ist.

Ich habe diesen Post ein paar Tage ruhen lassen, vorallem weil ich nicht sonderlich zufrieden damit war, und habe mich entschieden es einfach so stehen zu lassen wie ich es in diesem ersten Anflug aus Frust nieder geschrieben habe. Es juckt mich in den Dingen hier irgendeine Art von Moral einzubringen. Auch das werde ich lassen, denn wir alle wissen dass auf schlechte Tage gute folgen, dass auch diese Erinnerungen immernoch Erinnerungen sind. Eine Sache die ich jedoch definitiv gelernt habe, Pläne bringe gar nichts. Alles kommt wie es kommen soll und wenn das bedeutet eine Wüste ohne Wasser zu durchqueren wird das schon irgendwie seine Richtigkeit haben. 

Kommentare

Beliebte Posts