Warum 'Backpacking' kein Urlaub ist aber durchaus das Potential dazu hat
Bevor ich mich das erste mal aufmachte um dieses sogenannte "Backpacking" auszuprobieren hörte ich von so ziemlich jeder Seite das gleiche:" drei Monate Asien.? Ohne zu arbeiten.? Das ist aber ein langer Urlaub." oder " Achso, also du fährst nur zum Urlaub machen dort hin." Der Begriff 'Urlaub' hat mich im Zusammenhang mit dieser Art die Welt zu bereisen von Beginn an gestört. Hierzu eine kleine Liste der Dinge die mir dabei sofort einfallen: Urlaub ist für mich eine begrenzte Zeitspanne in der man mit Familie/ Freunden an einen Ort fährt und somit dem Alltag für eine Weile ( 2-4 Wochen ) zu entkommen. Auf Geld wird in diesen Tagen eher wenig geachtet, man hat ja Urlaub, es wird also ein schönes Hotel gebucht, man geht essen, lässt sich umsorgen. Die zeitspanne ist meist die selbe welche alle anderen Urlauber auch wählen, Hochsommer für den strandurlaub und so weiter. Man bleibt unter sich, denn Ausspannen geht eben am besten wenn keiner der anderen Fliehenden einen stört. Es ist etwas das mich von denken und erleben für einen Moment erlösen soll, dem zu entkommen was einen zuhause einsperrt, Alltag. Einfach nur durchatmen. Backpacking hat jedoch nicht viel mit entkommen zu tun, denn ich bin nicht auf der Flucht, ich entkomme nicht, ich finde. finde in jedem Ort, jeder Straße ein neues Zuhause. Die Menschen in der Bar des Hostels sind wie alte Freunde die man ewig nicht gesehen hat. Es ist eine ständige Suche, nach dem nächsten Ort, dem nächsten Hostel, dem nächsten Abendessen. Es ist warten auf Busse und in der Mittagshitze drei Stunden zum Wäsche waschen laufen, Geld sparen an jeder Ecke um mehr sehen zu können und weiter zu gehen. Das kennenlernen eines neuen Landes und somit die Kultur und ihre Menschen in mich aufzunehmen während ich meine Kultur versuche nahezubringen. Man kommt mit dem wenigstens aus (drei Shirts, zwei Hosen und ein Paar Schuhe für Monate) und freut sich über jede Dusche die vielleicht ein wenig warm wird, jeder Schlafsaal der nicht komplett voll ist lässt das Herz hüpfen. Was mich also zögern lässt wenn jemand mich fragt wie man Urlaub denn war, ist nicht der Glaube dass man nicht auch im Urlaub neue Dinge entdecken kann, sondern viel mehr die Tatsache,dass eine Reise wie diese viel mehr eine ständige Wanderung ist. Trotzdem kann auch dies den ein oder anderen Urlaubsmoment beinhaltet, wenn man zum Beispiel nach Wochen mal wieder einen Fernseher findet. Oder den Sonnenuntergang an einem endlosen Strand beobachtet. Ich bewerte nicht welche dieser beiden Optionen besser ist, das muss wohl jeder für sich entscheiden. Ich für meinen Teil habe mich für die endlose Reise entschieden.

Kommentare
Kommentar veröffentlichen